Computer_Island

Da war ich nun in Island und sah eine Landschaft voller Schönheit und Widersprüche. Auf der einen Seite grüne, satte Wiesen und auf der anderen ein ödes Gebiet, welches durch die Vulkanaktivitäten der letzten Jahrzehnte gekennzeichnet ist. Ein Spannungsfeld, dass sich auch in der Installation „Computer auf grüner Wiese“ widerspiegelt.

Mitten in einer herrlichen, scheinbar heilen analogen Welt steht das Störende, ein unschöner, digitaler Klotz. So fing es an, egal in welchem Bereich, der Siegeszug des Computers fand statt. In den 1980er-Jahren erfasste er auch die Medienbranche. Das Desktop Publishing wurde geboren und die großen Fotosatzmaschinen wurden abgelöst. Das war nicht der erste Umschwung. Zwanzig Jahre zurück, mit der Einführung des Fotosatzes, verschwand allmählich der Bleisatz und noch früher im 15. Jahrhundert, löste der Buchdruck die Schreiber ab. Fazit:

„Technischer Fortschritt kann man nicht aufhalten, er ereignet sich.“

(Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE bei einer Reportage von arte, 2007)

Nach der Musikindustrie, der Filmindustrie inklusive des linearen Fernsehens und der Zeitungsverlage stehen nun die Buchverlage vor einem Wandel. Dem größten Umbruch seit der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg. Mit der Entwicklung und massenhaften Verbreitung von elektronischen Lesegeräten (egal in welcher Größe) gibt es die Chance, Inhalte, die zwischen zwei Buchdeckeln eingezwängt waren, auf einem neuen Weg zu verbreiten.

Auch ich bin begeistert von Büchern mit spannendem Layout, faszinierenden Bildern und schöner Typografie. Büchern, die in ihrer Gesamtheit dem Inhalt die notwendige Bedeutung und Aufmerksamkeit geben.

Mit der Präsentation der ersten eReader in den Jahren 1999/2007 und der Durchsetzung der Tablets wurde den Verlagen eine neue Plattform zur Verfügung gestellt. Die Entwicklung des Netzes und der Browser ermöglicht neue Chancen des Publizieren. Durch die elektronischen Medien ist das Nutzungsverhalten der Leser oder umfassender gesagt der User, ein ganz anderes. Zum Beispiel können verschiedene Anwendungen mitgenutzt werden, Ausflüge vom „Buch“ ins Netz sind möglich. Unabhängig von Zeit und Ort kann man mit anderen Lesern oder den Autoren kommunizieren und vieles mehr.

Diese neuen Möglichkeiten sind einige der wesentlichen Gründe, die eine mediengerechte Darstellung der Inhalte erfordern. Das verlangt ein Umdenken bei allen Prozessbeteiligten, um die Produktionsprozesse auf der einen Seite einfach zu halten und auf der anderen alle jetzigen und zukünftigen Kanäle bedienen zu können.

Über all diese Herausforderungen werde ich in meinem Blog den interessierten, geneigten Leser informieren und mit ihm in Austausch treten.

Übrigens, wenn der Leser meint, ich mache das nur zur “neurotischen Selbstdarstellung”, dann kann er gerne das Prinzip Fernbedienung anwenden und umschalten.

 

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